"Es ist nicht das Wissen, sondern das Lernen, nicht das Besitzen, sondern das Erwerben, nicht das Dasein, sondern das Hinkommen, was den größten Genuß gewährt."

Carl Friedrich Gauß - brillianter Denker, genialer Mathematiker, Wegbereiter der modernen Statistik, blieb Zeit seines Lebens neugierig auf die Welt der Zahlen. Schon in Kinderjahren mit einer außergewöhnlichen Begabung für Zahlen versehen, widmete sich Gauß als Wissenschaftler komplexen mathematischen Themenfeldern. Die nach ihm benannte "Gausssche Normalverteilung" im Bereich der Statistik oder der "Fundamentalsatz der Algebra" sind Grundlagen für diverse weitere Problemlösungen geworden. Im Jahr 1801 wurde sein mathematisches Hauptwerk, die "Disquisitiones Arithmeticae" veröffentlicht, in dem er neben der Zahlentheorie, der Kongruenz-Theorie und der Theorie der quadratischen Formen auch algemeinteoretische Überlegungen zur Kreisteilung anstellt.

Weiteres großes Betätigungsfeld von Gauß war die Astronomie, die er als Professor an der Göttinger Universität auch lehrte. Die Göttinger Sternwarte war ihm lange Zeit Wohn- und Arbeitsort. Neben astronomischen Beobachtungen schaffte er auch hier mit theoretischen Überlegungen Grundlagen für die Entwicklung leistungsfähiger Fernrohre. In einer Zeit, in der die Sternenkunde große gesellschaftliche Aufmerksamkeit erregte, blieb Gauß stets zentriert auf die wissenschaftlichen Aspekte seiner Profession. So blieb auch ein Versuch Humboldts, ihn nach Berlin zu holen, erfolglos - der Provinz des Königreichs Hannover war Gauß wohl eher zugtan als dem großen gesellschaftlichen Parkett.

Die Bundesrepublik Deutschland würdigte die grundlegend bedeutenden Arbeiten von Gauß mit der Verewigung seines Portraits auf dem 10-DM-Schein; mit Einführung des Euro verschwand der Charakterkopf dann aber aus den Geldbörsen der Bürger. Gefahr, dass der große Mathematiker in Vergessenheit gerät, besteht dennoch nicht; die Normalverteilung als grundlegendes Erkenntnis-Element der statistik wird stets mit seinem Namen verbunden bleiben.