![]() |
Der Fürst der Mathematiker wurde am 30. April 1777 in Braunschweig geboren und war ein wahres
Wunderkind der Mathematik. Der Sohn einfacher Leute sagte selbst scherzhaft über sich, dass er
"früher rechnen als sprechen" konnte. Das glauben wir ihm zu gerne, denn bereits als
Dreijähriger soll er seinem Vater die Lohnabrechnung korrigiert haben. Die Zeit in der
Grundschule vertrieb er sich mit Rechnungen wie die Berechnung der Summe der Zahlen 1 bis 100
nach dem Gesetz s=n(n+1)/2, was ungefähr so aussah: Er bildete 50 Paare mit der Summe 101
(100+1, 99+2, 50+51 etc.) so dass er immer das Ergebnis 5050 erhielt.
Mit 19 Jahren konstruierte er das reguläre Siebzehneck mit dem Zirkel und Lineal und lieferte
somit die erste Ergänzung der euklidschen Konstruktionen nach 2000 Jahren. Das war Ansporn
für sein Mathematikstudium. 1799 promovierte Gauss und wurde außerdem Direktor der
Sternwarte in Göttingen. Dort berechnete er die Bahn des Kleinplaneten Ceres.
Die Notwendigkeit, komplexe Zahlen einzuführen, sah Gauss darin, dass jede algebraische Gleichung n-ten Grades genau n reelle komplexe Wurzeln besitzt. Er führte zudem den Begriff "Kongruenz" ein. Das geschah in seinem ersten bedeuteten Werk Disquisitiones arithmeticae in dem er das quadratische Reziprozitätsgesetz bestimmte. Das Buch war grundlegend für die Weiterentwicklung der Zahlentheorie. 1820 wurde Gauss damit beauftragt, das Königreich von Hannover zu vermessen. Er nutzte diesen Auftrag, um die nichteuklidische Geometrie weiter zu erforschen. Die Ergebnisse hat er aber aus Angst vor dem Unverständnis seiner Mitdenker nicht veröffentlicht. Er benutzte dafür ein Helitrop, ein mit Sonnenspiegeln ausgestattetes Messinstrument. Carl Friedrich Gauss ging aber noch weiter, als sich nur mit Mathemathik und Astronomie zu beschäftigen: Er arbeitete mit Wilhelm Eduard Weber in den 1830ern am Magnetismus und erfand den Magnetometer. Er führte auch die elektromagnetische Telegrafenverbindung ein, die es ermöglichte, Nachrichten sofort zu übermitteln statt bisher in einer 15-minütigen Verzögerung. Am 23. Februar 1855 starb Carl Friedrich Gauss und bereits 1856 liess Georg V, König von Hannover, Gauss-Münzen prägen zu Ehren des Ersten der Mathematiker (mathematicorum principi). Von 1989 bis Ende 2001 zierte sein Konterfei die deutsche 10-Mark-Note. |